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Naturschutzgebiet als Klassenzimmer: Die 6a in der Südlichen Fröttmaninger Heide

Zwei Tage, ein Gelände von 347 Hektar und jede Menge Fragen: Die Klasse 6a hat sich in der Südlichen Fröttmaninger Heide auf die Suche nach Antworten gemacht – und dabei ganz nebenbei gelernt, wie viel Teamgeist es braucht, um eine Murmelbahn aus Ästen zu bauen.

Manchmal ist der beste Unterrichtsraum keiner mit vier Wänden, sondern ein Naturschutzgebiet vor der eigenen Haustür. Genau dorthin zog es die 6a für ihr diesjähriges Biotop-Projekt: in die Südliche Fröttmaninger Heide am nördlichen Stadtrand von München. Das Gelände ist kein gewöhnlicher Ausflugsort – es steht unter der Naturschutzverordnung der Regierung von Oberbayern und ist Teil des europäischen Fauna-Flora-Habitat-Netzwerks. Früher diente die Fläche der Bundeswehr als Standortübungsplatz, heute zählt sie zu den größten zusammenhängenden Grasheiden Mitteleuropas.

Trockene Laichplätze und ein spontaner Themenwechsel

Ursprünglich sollte ein Schwerpunkt des Projekttages den Laichplätzen heimischer Amphibien gelten. Doch der Frühling war in diesem Jahr außergewöhnlich trocken, und aus den sonst wasserreichen Tümpeln waren, wenn überhaupt, nur noch kleine Pfützen übrig geblieben. Statt sich davon ausbremsen zu lassen, zeigte die Klasse genau die Flexibilität, die gutes Naturerleben braucht: Der Fokus wanderte kurzerhand zur Grasheide selbst.

Gemeinsam ging es der Frage nach, welche Baumarten auf dem Gelände überhaupt vorkommen und woran man sie unterscheiden kann – an Rinde, Blattform oder Wuchsform. Es wurde gemessen, geschätzt und verglichen: Wie bestimmt man eigentlich die Höhe eines Baumes, ohne ihn zu fällen? Und ein Thema, das gerade in Zeiten des Klimawandels besonders greifbar wurde: Wie viel CO₂ kann ein einzelner Baum eigentlich binden? Aus abstrakten Zahlen aus dem Lehrbuch wurde an diesem Tag echtes, angefasstes Wissen.

Wettstreit der jungen Architekten im Wald

Die Mittagspause führte die Gruppe in ein kleines Waldstück – und dort wurde es sportlich. In zwei Teams traten die „Architekten und Architektinnen“ der 6a gegeneinander an: Wer schafft es zuerst, aus Rinde, Ästen, Moos und Steinen eine funktionierende Murmelbahn zu bauen? Was nach einer kleinen Spielerei klingt, steckt tatsächlich voller Physik, Kreativität und – vor allem – Zusammenarbeit. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie gut eine Klasse zusammenhält, wenn niemand nur zuschaut, sondern jeder seinen Platz im Team findet.

Vom Feld auf die Wand: Die Ergebnisse als Plakat

Am zweiten Projekttag wurden die gesammelten Eindrücke, Messwerte und Beobachtungen in Gruppenarbeit auf Plakaten festgehalten. So wurde aus zwei ereignisreichen Tagen draußen ein bleibendes Ergebnis, das die Klasse mit Stolz präsentieren kann – und das zeigt, wie viel hängen bleibt, wenn Lernen mit eigenen Erfahrungen verknüpft wird statt nur mit Theorie. Projekttage wie dieser sind fester Bestandteil unseres Schulalltags, weil wir überzeugt sind: Wer draußen selbst misst, vergleicht und ausprobiert, versteht am Ende mehr als beim reinen Zuhören – und nimmt aus so einem Tag auch ein Stück Gemeinschaftsgefühl mit nach Hause.


Ein Beitrag von Birgitt Salamon

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